
Kunden Geschenke, Einladungen zu Sportveranstaltungen, Geschäftsessen mit einem Lieferanten: Diese gängigen Praktiken stellen ein Problem dar, sobald sie außerhalb eines formalen Rahmens stattfinden. Die Richtlinie zur Deklaration von Geschenken und Einladungen in Unternehmen zielt darauf ab, die Grenze zwischen legitimen Geschäftsgesten und dem Risiko von Korruption zu ziehen. Zwischen den URSSAF-Schwellen, den Anforderungen des Gesetzes Sapin II und den Empfehlungen der französischen Antikorruptionsbehörde (AFA) sind die zu beherrschenden Anhaltspunkte zahlreich.
URSSAF-Schwellen und steuerliche B2B-Schwellen: zwei unterschiedliche Logiken, die nicht verwechselt werden sollten
Eine häufige Verwirrung besteht darin, die gleichen Obergrenzen für Geschenke an Mitarbeiter (über den CSE) und für Kunden Geschenke anzuwenden. Die Regeln unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der rechtlichen Grundlage, des Betrags und der Konsequenzen bei Überschreitung.
| Geschenktyp | Referenzrahmen | Freibetrag / Deklarationsschwelle | Folge bei Überschreitung |
|---|---|---|---|
| Mitarbeitergeschenk (CSE, Weihnachten, Schulanfang…) | URSSAF, 5 % des PMSS | 200 € pro Mitarbeiter und pro Veranstaltung im Jahr 2026 | Wiedereinbeziehung in die Basis der Sozialversicherungsbeiträge |
| Kunden Geschenk B2B (MwSt.) | Allgemeines Steuergesetz | 73 € inkl. MwSt. pro Objekt und pro Jahr und Empfänger | Nicht rückforderbare MwSt. über der Schwelle |
| Kunden Geschenke (Aufstellung der Gemeinkosten) | CGI, Deklaration Nr. 2067 | Jährliche Summe über 3.000 € an verteilten Geschenken | Deklarationspflicht gegenüber dem Finanzamt, Geldstrafe bei Unterlassung |
Diese Tabelle zeigt, dass die Art des Empfängers (Mitarbeiter oder Dritte) das anwendbare Regime bestimmt. Ein Unternehmen, das seinen Kunden zu Weihnachten Geschenkkörbe und seinen Mitarbeitern für dasselbe Ereignis Geschenkgutscheine anbietet, verwaltet in Wirklichkeit zwei parallele Compliance-Schaltungen.
Der Rahmen einer Richtlinie zur Deklaration von Geschenken und Einladungen basiert auf dem genauen Wissen über diese Schwellen, andernfalls bleiben die internen Verfahren theoretisch.

Alterungsbedingungen und CSE-Geschenkgutscheine: die URSSAF-Regel von 2026
Seit dem 1. Januar 2026 verbietet die URSSAF, die Vergabe von steuerfreien Geschenkgutscheinen an ein Kriterium der Betriebszugehörigkeit zu knüpfen. Ein Mitarbeiter, der seit drei Wochen angestellt ist, muss den gleichen Vorteil erhalten wie ein Kollege, der seit zehn Jahren im Unternehmen ist, für dasselbe Ereignis und denselben Betrag.
Diese Entwicklung verändert die Situation für die CSE, die progressive Tarife angewendet haben. Jedes Kriterium der Betriebszugehörigkeit gefährdet die soziale Steuerbefreiung für das gesamte verteilte Kontingent, nicht nur für die ausgeschlossenen Mitarbeiter.
Der Freibetrag selbst ist in den letzten Jahren gestiegen:
- 193 € im Jahr 2024, dann 196 € im Jahr 2025, dann 200 € im Jahr 2026 pro Mitarbeiter und pro Veranstaltung, indexiert auf 5 % der monatlichen Obergrenze der Sozialversicherung.
- Der Vorteil darf nicht anstelle von Lohn gewährt werden. Ein Geschenkgutschein, der jeden Monat unter dem Vorwand eines fiktiven Ereignisses ausgezahlt wird, würde umqualifiziert.
- Jedes URSSAF-Ereignis (Weihnachten, Schulanfang, Hochzeit, Geburt…) eröffnet ein separates Recht. Es bleibt zulässig, mehrere Ereignisse für denselben Mitarbeiter zu kumulieren, solange jede Zuteilung die individuelle Obergrenze einhält.
Gesetz Sapin II und AFA-Empfehlungen: was die interne Politik formalisiert werden muss
Das Gesetz Sapin II (Gesetz Nr. 2016-1691 vom 9. Dezember 2016) verpflichtet Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und einem signifikanten konsolidierten Umsatz, ein Antikorruptionssystem einzurichten. Geschenke und Einladungen nehmen dabei eine zentrale Rolle ein, da sie den häufigsten Vektor für passive Korruption darstellen.
Drei Achsen strukturieren das System:
Definition des Rahmens und der Kategorien
Die AFA empfiehlt, materielle Geschenke, Einladungen zu Veranstaltungen (sportlichen, kulturellen, beruflichen) und Gastfreundschaftskosten (Mahlzeiten, Unterkunft, Transport) klar zu unterscheiden. Jede Kategorie erfordert unterschiedliche Schwellen und Genehmigungsverfahren.
Deklarationsverfahren und Validierungskreislauf
Ein zentralisiertes Register, das dem Compliance-Beauftragten zugänglich ist, muss jedes Geschenk oder jede Einladung, die über eine intern definierte Schwelle hinaus empfangen oder angeboten wird, festhalten. Der AFA-Leitfaden betont die Nachverfolgbarkeit: Datum, Identität des Gebers und des Empfängers, geschätzter Wert, beruflicher Anlass. Ohne Register bleibt die Politik ein Dokument ohne operative Relevanz.
Interne Sanktionen und Verbindung zum Strafrecht
Die Politik muss abgestufte disziplinarische Sanktionen im Falle von Verstößen vorsehen. Diese Sanktionen kommen zu den im Strafgesetzbuch vorgesehenen strafrechtlichen Sanktionen für aktive und passive Korruption hinzu.
Die Existenz einer formalisierten und tatsächlich angewandten Politik ist zudem ein Element, das die Gerichte berücksichtigen, um den guten Glauben des Unternehmens zu bewerten.

Register der Geschenke und Einladungen: die konkreten Schwächen, die zu antizipieren sind
Ein Register zu führen, reicht nicht aus. Mehrere wiederkehrende Fallstricke schwächen das Compliance-System.
Der erste betrifft die Unterberichterstattung. Wenn die interne Deklarationsschwelle zu hoch angesetzt wird, gehen die meisten Geschenke unter dem Radar durch. Die AFA empfiehlt, diese Schwelle auf ein realistisches Niveau festzulegen, auch wenn dies bedeutet, das Verfahren für kleine Beträge zu vereinfachen.
Der zweite Fallstrick betrifft die Symmetrie. Eine glaubwürdige Politik regelt sowohl die erhaltenen Geschenke als auch die angebotenen Geschenke. Nur die eingehenden Geschenke zu kontrollieren, lässt einen blinden Fleck in Bezug auf die ausgehenden Geschäftspraktiken, die jedoch der aktiven Korruption unterliegen.
Der dritte Fallstrick ist das Fehlen einer nachträglichen Kontrolle. Ein geführtes, aber nie analysiertes Register erfüllt nicht seine präventive Funktion. Periodische Überprüfungen ermöglichen es, anormale Konzentrationen zu erkennen und die Regeln bei Bedarf anzupassen.
Das Management von Geschenken und Einladungen erfordert die Verknüpfung sozialer (URSSAF), steuerlicher (MwSt., Aufstellung der Gemeinkosten) und strafrechtlicher (Gesetz Sapin II) Verpflichtungen. Diese drei Dimensionen in den internen Verfahren zu trennen, verringert sowohl das Risiko einer Nachforderung als auch das strafrechtliche Risiko.
Die Schwelle von 200 € pro Veranstaltung für Mitarbeitergeschenke im Jahr 2026 und die von 73 € inkl. MwSt. für die Rückforderung von MwSt. auf Kunden Geschenke bleiben die beiden zahlenmäßigen Anhaltspunkte, die man im Alltag im Kopf behalten sollte.